Forschungsgruppe-NET - Hochschule Offenburg

Solarthermie

Trinkwassererwärmung

Charakteristisch für thermische Solargroßanlagen zur Trinkwassererwärmung ist deren Aufteilung in Kollektorkreis, Pufferspeicherkreis und Trinkwasserkreis, jeweils durch einen Wärmeübertrager voneinander getrennt.

Das System mit Trinkwasser-Vorwärmspeicher beinhaltet einen zusätzlichen Speicher (Vorwärmspeicher), der über eine Umwälzpumpe mit Solarenergie aus dem Pufferspeicher beladen wird. Aus Hygienegründen muss der Vorwärmspeicher mittels einer sogenannten Legionellenschaltung mindestens ein Mal pro Tag auf 60°C aufgeheizt werden. Das System mit Vorwärmspeicher hat sich als das zuverlässigste erwiesen, vor allem wegen der Entkopplung von Vorwärmspeicherbeladung und Zapfvolumenstrom. Allerdings reduziert sich die Anlageneffzienz auf Grund von oft hohen Rücklauftemperaturen in den Pufferspeicher, die durch hohe Temperaturen im Vorwärmspeicher verursacht werden.

Bei der Systemschaltung mit Direkterwärmung wird das Trinkwasser nicht in einen Vorwärmspeicher eingespeist, sondern strömt direkt über einen Wärmeübertrager, über den es Solarwärme aus dem Pufferspeicherkreis aufnehmen kann. Der Volumenstrom im Pufferspeicher-Entladekreis entspricht idealerweise der aktuellen Warmwasserzapfmenge und ist damit stark schwankend. Hauptvorteil der Direkterwärmung gegenüber dem Vorwärmspeichersystem sind die niedrigeren Rücklauftemperaturen in den Pufferspeicher und die damit verbundene höhere Effzienz der Anlage. Zudem kann auf einen zusätzlichen Trinkwasserspeicher und eine vierte Umwälzpumpe verzichtet werden. Auch die bei Vorwärmspeichersystemen erforderliche Legionellenschaltung entfällt. Dementsprechend ist das System mit Direkterwärmung dem System mit Vorwärmspeicher vorzuziehen.